Veröffentlicht am Mo., 16. Feb. 2015 23:23 Uhr

Passionszeit 2015 zum Thema Angst und Gebet

Hab Erbarmen, Herr, ich weiß nicht mehr weiter! Meine Augen sind müde vom Weinen, ich bin völlig am Ende. So übersetzt die Gute Nachricht den 10. Vers im 31. Psalm. Vor Angst nicht mehr aus noch ein wissen. Abends unter Tränen einschlafen und vor dem Morgengrauen blitzartig hellwach sein mit einem kalten Stein im Magen. Dunkle, eisige Leere überall. Jeder kennt solche Zeiten!

Wie gut, wenn man dann jemanden hat, dem man sein Leid klagen, zu dem man seufzen und schreien kann. Die Psalmen lehren uns das. Dort können wir hören, wie die Beter ihren Gram vor Gott bringen, um Hilfe flehen, wie sie Gott anklagen, mit ihm hadern, aber auch Trost bei ihm finden.

Das Motiv „Angst und Gebet“ wird uns durch die diesjährige Passionszeit führen. Eine Taizéandacht zum Abschied Jesu von seinen Jüngern wird die Reihe einleiten. Nach dem Weltgebetstag, dessen Liturgie in diesem Jahr von den Bahamas kommt, wollen wir in den beiden Passionsandachten am 13. März und 27. März  gemeinsam über Klageworte aus dem 31. und aus dem 88. Psalm nachdenken.

Jesus selbst durchleidet am Ende seines Lebens Angst und unbeschreibliche Qualen. Im Garten Gethsemane betet er zu Gott, ringt mit ihm und ergibt sich am Ende in Gottes Willen. Das werden wir uns beim Tischabendmahl ins Gedächtnis rufen. Das Tischabendmahl feiern wir wieder an festlich gedeckten Tischen in der Mitte der Kirche. Im Gebet bringen wir wie Jesus unsere Angst vor Gott und bitten um seinen Trost. Wie gut, wenn wir am Ende ebenso mit Jesus sagen können: In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott. (Psalm 31, 6 und Lukasevangelium 23, 46).

Astrid Witten

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