Veröffentlicht am Mo., 4. Mär. 2019 09:30 Uhr

„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“ Vorfreude auf Ostern im Zentrum von Tischabendmahl und Passionsandachten

Kreuzigungsbild, um 1600, Hochmeisterkirche

Wussten Sie, dass es mitten in der Passionszeit einen Sonntag gibt, der Laetare heißt? Das bedeutet übersetzt „sich freuen, frohlocken, fröhlich sein, jubeln“. Der Name kommt von dem alten Eröffnungsvers, der an diesem Sonntag traditionell beim Einzug der Priester gesungen wurde, sozusagen dem allerersten Wort des Gottesdienstes.

In dem Gesang werden Verse aus der hebräischen Bibel zitiert: „Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.“ (Jesaja 66, 10 – 14) Wie passt denn das zusammen: Passionszeit, Leidenszeit, Fastenzeit und dann überschwängliche Freude?

Genau dieser Frage wollen wir in diesem Jahr in den Passionsandachten nachspüren, die wir wie in vielen Jahren vorher in einer Gruppe gemeinsam vorbereiten. Ganz besonders soll diese Freude, die Vorfreude auf Ostern, auch im Tischabendmahl zu spüren sein, das wir in dieser Zeit gemeinsam an weiß gedeckten Tischen in der Kirche feiern werden.

Wir werden über Jesus nachdenken, uns fragen, wofür er gelebt und wozu er gelitten hat. Und wir werden uns gemeinsam freuen über das, was er uns geschenkt hat:

Freiheit, Vergebung und Liebe. Die Freiheit einer Religion, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Einen Glauben, der von Gnade und Vergebung spricht und in dem die Sünder nicht gesteinigt werden. Ein Bekenntnis, das die Liebe zum Nächsten als größtes Gebot betont. Und einen Gott, der sich zu uns Menschen herabbeugt und allezeit, in Freude und auch im größten Leid bei uns ist. Deshalb ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass das Psalm-Gedicht von H. D. Hüsch, das in der Überschrift zitiert wird, gerade zum 500jährigen Reformationsjubiläum vertont wurde.

Für die Vorbereitungsgruppe: Astrid Witten

Termine Passionsandachtenund Tischabendmahl 2019

  • Taizéandacht 15.03.2019, 18 Uhr (mehr Infos)
  • Passionsandacht 22.03.19, 18 Uhr (mehr Infos)
    Jesus herrscht, indem er uns dient. (Mk 10, 43b-45)
  • Tischabendmahl 29.03.19, 18 Uhr (mehr Infos)
    Jesus baut mit uns unzulänglichen Menschen seine Kirche. (Mt 16, 18 und 21-23)
    Wir laden zu einem besonderen Abendmahl an festlich gedeckten Tischen in einer Runde im Kirchraum ein.
  • Passionsandacht 05.04.19, 18 Uhr (mehr Infos)
    Jesus steigt nicht vom Kreuz, weil er bei uns bleiben will. (Mt 27, 39-43)
  • Taizéandacht 12.04.2019, 18 Uhr (mehr Infos)

„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit. Mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen, das Elend und die Zärtlichkeit.
Was macht, dass ich so fröhlich bin in meinem kleinen Reich?
Ich sing und tanze her und hin vom Kindbett bis zur Leich.
Was macht, dass ich so furchtlos bin an vielen dunklen Tagen?
Es kommt ein Geist in meinen Sinn, will mich durchs Leben tragen.
Was macht, dass ich so unbeschwert und mich kein Trübsal hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt, wohl über alle Welt.“

Hanns Dieter Hüsch

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