Veröffentlicht von Timo Wolff am Sa., 16. Jan. 2021 23:39 Uhr

Liebe Mitglieder der Halensee-Gemeinde,

am 4. Advent mussten wir schweren Herzens bekannt geben, dass unsere Gemeinde bis auf weiteres auf Präsenzgottesdienste verzichten wird. Auch die sorgsam geplanten Gottesdienste zu Heiligabend auf dem Hochmeisterplatz konnten nicht stattfinden. Es war eine der schwersten Entscheidungen und Bekanntmachungen während meiner bisherigen Jahre als Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. Es erschien mir in diesem Augenblick nur ein schwacher Trost, dass ich der Gemeinde einen als Livestream aus der Hochmeisterkirche übertragenen Gottesdienst am 24.12. ankündigen konnte.  Die Trauer über die Absage war groß.

Als ich dann, wie hunderte andere Menschen an Heiligabend, aus meinem Rechner die Glocken unserer Kirche hörte, als ich Pfarrer und  Lektoren, Musiker und Jugendliche in unsere Kirche einziehen sah, als ich spürte, wie wichtig es so vielen Menschen war, dass unsere Gemeinde Weihnachten feiert und die frohe Botschaft verkündet, als ich an den Zugriffszahlen erkannte, wie vielen Menschen wichtig war, diese Botschaft aus ihrer Gemeinde zu hören, da spürte ich, dass wir Recht hatten: Weihnachten fiel nicht aus.

Dieser Heiligabendmoment fasste dieses ganze seltsame Jahr in unserer Gemeinde zusammen. Als wir das erste Mal im März fast das gesamte Gemeindeleben herunterfahren mussten, waren wir für ein paar Tage in einer Art Schockstarre. Im Moment, da etwas Vertrautes wegfiel, spürten viele von uns, wie wichtig es ist, in Verbindung zu bleiben – weiterhin Gemeinde zu sein. Und so machten wir uns auf den Weg: Unser Kirchenmusiker fing an, für jeden Sonn- und Feiertag Audioandachten mit Pfarrern und Lektoren zu produzieren. Die Laib-und-Seele-Ausgabestelle hat zu jeder Pandemielage angemessene Konzepte für ihre wichtige Arbeit entwickelt – nicht eine Woche musste ausfallen. Mitarbeiter und Teamer in der Jugendarbeit haben mit beeindruckendem Engagement zwei Konfirmandenjahrgänge betreut und unser Kindergartenteam hat den Kleinsten Kontinuität in diesen Zeiten gegeben. Das Gottesdienstteam hat Hygienekonzepte entwickelt, die uns über die längste Zeit des Jahres Gottesdienste, Abendmahl und sogar eine Konfirmation haben feiern lassen. Das Gemeindebüroteam um unsere Küsterin hat alle überraschenden und zusätzlichen Aufgaben zuverlässig und vorausschauend gemeistert. Unsere Pfarrer und unsere Gemeindeschwester haben den Seniorennachmittag neu organisiert und halten Kontakt zu denen, die zuhause bleiben müssen. Und auch unsere Chöre haben Wege gefunden zu proben, hoffentlich können wir sie bald wieder hören!

Wir sind Gemeinde geblieben - auch in diesen schweren Zeiten. Lockdown hieß und heißt nicht, dass wir die Kirche abschließen und warten bis alles vorüber ist, sondern andere Wege finden, als Gottes Kinder Gemeinschaft zu leben. Ich danke Ihnen und Euch für diese Erfahrung und freue mich, mit so wunderbaren Menschen auch in Zukunft Gemeinde zu leben.

Timo Wolff

Den Heiligabendgottesdienst können Sie sich hier ansehen.

Unser „Brot für die Welt“-Projekt „Schule statt Kinderarbeit in Sierra Leone“ konnte nicht mit der Kollekte aus den Präsenzgottesdiensten unterstützt werden. Wir bitten daher weiterhin um Unterstützung. Möglichkeiten zum Spenden finden Sie hier.

 

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