Freitag, 27. März 2020, 18:00 Uhr

REIHE PASSIONSANDACHTEN - jeden Freitag bis Ostern um 18 Uhr 

Befreiung, Opfer und Versöhnung  im Zentrum von Tischabendmahl und Passionsandachten

13.03., 18 Uhr Tischabendmahl 20.03., Taizéandacht zur Passionszeit 27.03., 18 Uhr, Passionsandacht, Opfer - was bedeutet das? 03.04., 18 Uhr, Passionsandacht, Versöhnung mit Gott - Versöhnung mit Menschen


„Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.“ 

Ich bin der Herr, dein Gott? Na, das ist doch der Anfang der 10 Gebote, werden Sie vielleicht sagen, in Religionsunterricht oder Konfer auswendig gelernt. Oder ist da ein fremder Beiklang? Richtig, das mit Ägypten und der Knechtschaft, das hatte Luther nämlich weggelassen. Aber die 10 Gebote, die auch wir Christen als unser ethisches Grundgesetz bezeichnen, wurden nach der Überlieferung genau mit diesen Worten Mose für die Israeliten von Gott übergeben. 

Das Verhältnis zwischen Judentum und Christentum wird manchmal mit dem von Geschwistern verglichen. An manchen Feiertagen und Überlieferungen kann man das gut erkennen. Eins der höchsten Feste des Judentums und das höchste des Christentums werden zum Beispiel in diesem Jahr in der gleichen Woche gefeiert: jüdisches Pessach und christliches Ostern. 

Nicht zufällig finden die beiden in zeitlicher Nähe statt, wenn auch selten in der gleichen Woche (bedingt durch die unterschiedlichen Berechnungsformeln und Kalender). Das hat unsere Vorbereitungsgruppe auf den Gedanken gebracht, diesmal den Passionsbericht des Evangelisten Markus in den Mittelpunkt zu stellen und mit Themen der hebräischen Bibel zu kontrastieren. 

Wir werden wie immer das Tischabendmahl in der Kirche an weiß gedeckten Tischen rund um das im Boden eingelassene Kreuz feiern. Dazu wollen wir den Bericht des Evangelisten über das letzte Abendmahl von Jesus und seinen Jüngern hören. Die Vorbereitungen zu dem letzten Abendmahl werden dort wie die Vorbereitungen für ein traditionelles jüdisches Mahl am Vorabend des Pessach-Festes geschildert. Was hat es mit Pessach auf sich? 

An Pessach wird der Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei gedacht. Seit langem schon gehört es zur jüdischen Tradition, dass der Jüngste in der Familie an diesem Abend fragt „... worin unterscheidet diese Nacht sich von all den anderen Nächten?“ und der Vater die überlieferte Geschichte vom Auszug der Israeliten aus Ägypten und vom Weg durch die Wüste Sinai erzählt. 

Für uns Christen hat das Abendmahl durch Jesu Ankündigung von Verrat und Tod einen anderen Schwerpunkt bekommen. Aber auch wir wollen uns fragen „Was ist unsere Knechtschaft, woraus befreit uns Gott?“. 

In den beiden Passionsandachten werden wir weiter die Passionsgeschichte nach Markus verfolgen. Zu den ausgewählten Schwerpunkten „Opfer“ und „Versöhnung“ finden sich dann auch jeweils Bezugspunkte in der hebräischen Bibel (z. B. die Geschichte von Abraham und Isaak) oder aus der gemeinsamen Vergangenheit von Juden und Christen (z. B. die Arbeit von Aktion Sühnezeichen). Wir laden Sie ein, mit uns zusammen unsere Wurzeln und unser Ziel zu bedenken. 

Astrid Witten 

Mitwirkende
Astrid Witten, Uta Schumann
Ort
Hochmeisterkirche Halensee, Westfälische Straße 70a, 10709 Berlin, Deutschland